Dem Tod entkommen: Leben mit kongestiver Herzinsuffizienz

Dem Tod entkommen: Leben mit kongestiver Herzinsuffizienz

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Was passiert, wenn man im Alter von 35 Jahren erfährt, dass man an Herzinsuffizienz leidet und kurz vor dem Tod steht? Lernen Sie eine erstaunliche Frau kennen, die das erlebt hat, und erfahren Sie, wie sie mit ihrer eigenen Gesundheit umgeht und Patienten und Pfleger zusammenbringt.

Im Jahr 2016 war Ashley Greiner 35 Jahre alt und arbeitete hauptberuflich als Anwältin im Bundesstaat New York. Ashley begann, Schwellungen in ihren Füßen zu bemerken, die mit der Zeit immer schlimmer wurden. Nachdem sie einen Freund konsultiert hatte, machte sie sich auf den Weg zur Notaufnahme. Die Ärzte stellten fest, dass sie Flüssigkeit einlagerte, und ließen ein Blutbild erstellen. Innerhalb von 30 Minuten wurde bei ihr eine kongestive Herzinsuffizienz diagnostiziert. Ihr Herz arbeitete mit weniger als 10 % und man sagte ihr, dass sie kurz vor dem Sterben stand. Ashley verbrachte die nächsten drei Monate auf der Intensivstation und versuchte, ihre Herzfunktion wiederherzustellen.

Die Ursache: Kongestive Herzinsuffizienz (CHF) , eine chronisch fortschreitende Erkrankung, bei der das Herz Schwierigkeiten hat, sauerstoffreiches Blut in den Körper zu pumpen. Sauerstoffreiches Blut ist für die Funktion vieler wichtiger Organe unerlässlich. Wird die Herzinsuffizienz nicht engmaschig überwacht, kann sie häufig weitere kardiovaskuläre Gesundheitsprobleme wie Nieren- und Leberversagen verursachen.

Es gibt eine Reihe möglicher Ursachen für Herzinsuffizienz, darunter genetische Faktoren, bestehende Autoimmunerkrankungen, Stress, Bluthochdruck, Rauchen und Viren. Manchmal ist es allerdings schwer, den genauen Auslöser für die Erkrankung zu bestimmen. Bei Ashley wurde 2009 eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse diagnostiziert und sie hatte einige Jahre lang gelegentlich geraucht. Als sie Atembeschwerden bemerkte, führte sie diese auf ihre frühere Rauchgewohnheit zurück.

Die genaue Ursache von Ashleys Herzinsuffizienz ist jedoch unbekannt, da sie ihr ganzes Leben lang einen normalen Blutdruck hatte, lange vor ihrer Diagnose mit dem Rauchen aufhörte, nie an einem Virus erkrankt war und keine bekannten genetischen Veranlagungen für Herzinsuffizienz aufwies. Menschen mit bestehenden Autoimmunerkrankungen haben jedoch ein höheres Risiko, andere Krankheiten zu entwickeln. Ihr Arzt hält es daher für möglich, dass Ashleys Herzinsuffizienz zum Teil durch ihre Autoimmunerkrankung der Schilddrüse verursacht wurde.

Maßnahmen ergreifen

Kathy, Ashleys Mutter/Betreuerin (links), Ashley (rechts)

Im Februar 2017 erhielt Ashley, hier mit ihrer Mutter, als erste Patientin im Presbyterian Hospital in New York das CardioMems-Implantat von St. Jude – ein kleines Druckmessgerät, das den Druck in der Lungenarterie und den Wasserhaushalt misst und die Informationen drahtlos an den behandelnden Arzt sendet, sodass Medikamente und Behandlungspläne aus der Ferne überwacht werden können. Dank dieses Implantats steuert Ashleys Arzt ihre Diuretika-Medikamente, so dass sie nicht mehr wegen Flüssigkeitsproblemen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Ashley hat außerdem einen biventrikulären Schrittmacher/Defibrillator von St. Jude, der elektrische Signale an die unteren Herzkammern sendet und ihnen gleichzeitig hilft, sich zusammenzuziehen, um die Blutabgabe zu maximieren. Die Maximierung des Blutausstoßes ist für Patienten mit Herzinsuffizienz wichtig, denn wenn weniger Blut zu den Nieren fließt, können diese nicht richtig arbeiten, was wiederum zu Flüssigkeitsansammlungen führt.

Wie können Smart-Geräte bei der Überwachung von Herzinsuffizienz helfen?

Regelmäßiges Wiegen ist für jeden wichtig, der seine Lebensweise ändern möchte. Für Herzinsuffizienz-Patienten, die sich täglich wiegen müssen, um ihre Wassereinlagerungen zu überwachen, ist dies jedoch unabdingbar. Ashley schreibt ihrer intelligenten Withings Waage zu, dass sie ihr in den letzten drei Jahren geholfen hat, ihre Herzinsuffizienz besser zu managen. Sie verwendet eine Withings Body+ mit Analyse der Körperzusammensetzung, die eine detaillierte Aufschlüsselung ihres Gewichts in Muskel-, Wasser-, Fett- und Knochenanteile liefert.

Auch ist eine regelmäßige Blutdruckkontrolle unerlässlich. Sie ist sogar das Erste, was Herzinsuffizienz-Patienten tun, wenn sie aufwachen und sich nicht wohl fühlen. Aufgrund der Herzinsuffizienz-Medikamente schwankt der Blutdruck bei den Betroffenen sehr stark, was bei einigen Patienten zu Hypotonie und bei anderen zu extremem Bluthochdruck führt. An einem schlechten Tag fällt Ashleys Blutdruck auf 54/36 – ein für die meisten Menschen gefährlich niedriger Wert.

Bewältigung der Herzinsuffizienz mit Fitness und Ernährung

Da Ashleys Herz nur zu 15-20 % arbeitet, kann ihr Herz nicht mit hoher Intensität trainiert werden. Dennoch ist Bewegung für Patienten mit Herzinsuffizienz wichtig, da sie eine Gewichtszunahme verhindert, das Wohlbefinden steigert, die Symptome der Herzinsuffizienz lindert und die allgemeine Herzfunktion verbessert. Ashleys bevorzugte Sportart, die ihr Arzt empfohlen hat, ist das Gehen.

Ashley kontrolliert ihr Gewicht auch durch die richtige Ernährung. Stress und Natrium erhöhen den Blutdruck. Daher achtet Ashley auf ihre Natriumaufnahme und nutzt die App MyFitnessPal, um ihre Ernährung zu überwachen. Sie vermeidet verarbeitete Lebensmittel und ernährt sich aufgrund ihrer Schilddrüsenprobleme glutenfrei. Beim Abnehmen, sagt Ashley, hält sie sich an die Whole30-Diät, einen strengen 30-Tage-Plan, der den Konsum von Zucker, Alkohol, Milchprodukten, Getreide, Soja und Hülsenfrüchten verbietet.

Health Mate arbeitet mit vielen führenden Ernährungstrackingapps zusammen, so dass Ashley mit MyFitnessPal die gesammelten Daten zwischen beiden Apps importieren und austauschen kann – eine zusätzliche Erleichterung bei der Steuerung ihrer Erkrankung.

Bewusstsein schärfen

Nach ihrer Herzinsuffizienz-Diagnose begann Ashley, sich über ihre Krankheit zu informieren. Sie stellte jedoch fest, dass es im Internet an positiven Informationen fehlte, die ihr mit der Diagnose und bei der Behandlung der Herzinsuffizienz helfen könnten. Mit 35 Jahren war sie deutlich jünger als die Mehrheit der Herzinsuffizienz-Patienten. Sie war auf der Suche nach einer unterstützenden Anlaufstelle, die sie über ihre Krankheit, die notwendigen Veränderungen in ihrer Lebensweise und ihre medizinischen Möglichkeiten informiert.

Aus diesem Grund hat Ashley die Selbsthilfegruppe für Herzinsuffizienz-Patienten und -Pfleger ins Leben gerufen, um Patienten mit Herzinsuffizienz und ihren Pflegern Informationen und Anregungen zu geben. Mit 2.000 Mitgliedern, Tendenz steigend, soll diese Facebook-Gruppe allen das Gefühl geben, willkommen zu sein. Es ist ein Ort für Austausch über Erfolge und Rückschläge, um Fragen zu stellen, aber auch um seinem Frust Luft zu machen und Trost zu finden, weil man weiß, dass man im Kampf gegen die Herzinsuffizienz nicht allein ist. 75 % der Mitglieder sind im Alter von 20 bis 101 Jahren, was zeigt, wie weitreichend das Ausmaß dieser Krankheit ist. Dennoch wissen viele Menschen nicht, was Herzinsuffizienz ist und wie ernst die gesundheitlichen Folgen dieser Krankheit sind.

„Wenn man mit einer chronischen Krankheit wie der Herzinsuffizienz diagnostiziert wird, verändert sich das Leben. Wir nehmen Medikamente ein, achten auf unsere Natriumzufuhr und befolgen die ärztlichen Anordnungen, aber was viele Menschen nicht wissen, ist, dass wir auch lernen müssen, mit unserer Krankheit zu leben. Als ich meine erste Selbsthilfegruppe fand und später meine eigene gründete, hatte ich endlich das Gefühl, dass ich lernen konnte, mit meiner Diagnose richtig umzugehen.“

Wie jede gute Freundschaft zeigen auch Selbsthilfegruppen, wie stark und einflussreich positive zwischenmenschliche Beziehungen und Verbindungen sind, um die Lebensqualität eines Menschen zu verbessern. Wenn Sie an kongestiver Herzinsuffizienz leiden oder jemanden mit Herzinsuffizienz betreuen, treten Sie Ashleys Facebook-Gruppe bei, um sich mit anderen Patienten und Betreuern auszutauschen.

Katrina Herrmann

Katrina is a Boston-based marketing specialist, passionate about health, traveling, culture, and food. When she is not putting her writing chops to good work, she can be found exploring all that New England has to offer.
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