Diabetes und Sport: was Sie wissen sollten

Diabetes und Sport: was Sie wissen sollten

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Diabetic woman preparing for a run

Julie Kiefer, eine Typ-1-Diabetikerin, teilt ihre Tipps, wie sie Sport und ihre Erkrankung unter einen Hut bringt.

Weltweit sind 463 Millionen Menschen von Diabetes betroffen. Bei Typ-1-Diabetes, einer Autoimmunkrankheit, zerstört das Immunsystem die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren. Die Bauchspeicheldrüse kann dann nicht mehr Insulin produzieren, das zur Regulierung des Blutzuckerspiegels benötigt wird. Typ-2-Diabetes ist die häufigere Form von Diabetes. Er wird durch eine Insulinresistenz verursacht oder wenn die Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin produziert.

Die gute Nachricht? Körperliche Aktivität kann die Insulinsensitivität erhöhen, Stress verringern und das Risiko von Herzerkrankungen und hohem Cholesterin senken. Aber einige Diabetiker scheuen sich vor körperlicher Betätigung aus Angst vor einer Hypoglykämie oder niedrigem Blutzucker. Sport kann tatsächlich einen niedrigen Blutzucker bewirken und mit einer Hypoglykämie ist nicht zu spaßen. Unbehandelt kann Hypoglykämie die Sehkraft und Nieren ernsthaft schädigen und sogar zu einem Koma führen. Dennoch wird regelmäßige körperliche Betätigung Diabetikern dringend empfohlen. Studien haben bewiesen, dass Sport dazu beiträgt, das Risiko einer Typ-2-Diabetes-Erkrankung vorzubeugen.

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Julies Geschichte

Julie Kiefer, eine leidenschaftliche Sportbegeisterte mit Typ-1-Diabetes, gründete das Diabetic Travelers Network (DTN), eine Organisation, die Menschen mit Diabetes Zugang zu Informationen, Unterstützung und nützliche Kontakte bietet, die sie auf Reisen benötigen könnten. Wir haben Julie gefragt, wie sie Sport treibt und ob sie Tipps für Menschen mit Diabetes hat. Hier ist ihre Geschichte in ihren eigenen Worten.

Herumwirbeln und Laufen – so lerne ich, auf die Signale meines Körpers zu achten

Schon als junges Mädchen interessierte ich mich für Sport. Mit 4 Jahren wurde bei mir Typ-1-Diabetes diagnostiziert. Da bekam ich sehr früh die Empfehlung, Sport zu treiben, um meine Erkrankung in den Griff zu bekommen. Ich habe im Alter von 5 Jahren mit Gymnastik angefangen und mit 6 trainierte ich in einem Schwimmverein. Ich war auch 3 Jahre lang Mitglied des regionalen Twirling-Teams.

Als ich auf dem Gymnasium war, hatte ich die Möglichkeit, mehrmals beim Lauf für „Action Against Hunger“ Spenden für die Hungerhilfe zu sammeln. Sport zu treiben für einen Zweck oder ein Ziel, ist für mich sehr wichtig. Egal ob für eine Wohltätigkeitsorganisation, wie z.B. die Geschlechtergleichstellung, oder einfach nur für mich selbst.

Mit Sport bringe ich meinen Körper und Geist in Einklang; Ich übertreffe mich selbst, indem ich Herausforderungen annehme und mich immer weiter vorantreibe. Wenn ich trainiere, lebe ich im Moment und das ist unbezahlbar. Durch den Sport habe ich gelernt, besser auf das Unerwartete zu reagieren und Scheitern nicht als Ende, sondern als Lehre und Chance zu sehen, mich zu verbessern.

Mein Diabetes hat mich nie daran gehindert, Sport zu treiben, ganz im Gegenteil. Ich habe immer darauf geachtet, die Funktionsweise meines Körpers zu verstehen, um vorausschauend handeln und reagieren zu können. Seitdem ich Leistungssport treibe, verstehe ich die Ernährung, die physiologischen Aspekte des Sports und seine Auswirkungen auf meinen Diabetes besser.

Ich habe keine Angst vor Hypoglykämie, weil ich auf meine Fähigkeit vertraue, sie zu erkennen. Natürlich habe auch ich manchmal Unterzucker. In diesem Fall höre ich auf, nehme Zucker zu mir und fange wieder an.

Schwimmen ist mein Lieblingssport. Ich schwimme seit 22 Jahren und trainiere zwei- bis dreimal pro Woche. Es ist eine vielseitige Sportart. Im Moment sind die Schwimmbäder geschlossen, deshalb habe ich wieder angefangen zu laufen.

An alle Diabetiker, die diesen Artikel lesen: man kann unbesorgt Sport treiben und es kann wirklich helfen, seinen Diabetes besser ins Gleichgewicht zu bringen. Wichtig ist, sich im Voraus zu informieren, den Arzt um Rat zu fragen und dann können Sie loslegen. Ich habe keine Zweifel, dass Sport Ihnen helfen wird, sich besser zu fühlen!

Julies Tipps zum Sport für Diabetiker

Während des Trainings sinkt der Insulinbedarf aufgrund des Glukoseverbrauchs der Muskeln. Jemand, der nicht zuckerkrank ist, produziert von Natur aus weniger Insulin. Wenn Sie Diabetes haben, müssen Sie Ihre Medikamentendosen und Mahlzeiten je nach Intensität der körperlichen Aktivität anpassen, um das Risiko einer Hypoglykämie zu verringern. Julie empfiehlt, die folgenden Tipps zu beachten.

  1. Treiben Sie regelmäßig Sport. Zum Beispiel, jeden Montag zur gleichen Zeit.
  2. Am besten ist es, morgens vor dem Frühstück und vor der Einnahme von schnellem Insulin/Bolus oder am späten Nachmittag Sport zu treiben, wenn die Wirkung von Insulin (genannt Insulin on Board) begrenzt ist.
  3. Es wird empfohlen, 3 Stunden vor dem Sport eine Mahlzeit einzunehmen. Die Wirkungsdauer von schnellem Insulin liegt zwischen 3 und 4 Stunden. Dadurch reduzieren Sie das Hypoglykämierisiko.
  4. Nehmen Sie vor der körperlichen Bewegung komplexe Kohlenhydrate bei den Mahlzeiten zu sich und achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung.
  5. Passen Sie Ihre Medikamentendosierung an Ihre Mahlzeiten und körperliche Aktivität an. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Ihre Behandlung ändern.
  6. Messen Sie Ihren Blutzuckerspiegel vor dem Training und nehmen Sie einen Snack mit 10 g bis 20 g Kohlenhydraten ein, wenn der Zuckerspiegel zwischen 0,90 und 1,50 mg/dl (d.h. 5 und 8 mmol/l) liegt. Wenn er niedriger ist, nehmen Sie 20 g Kohlenhydrate zu sich und warten Sie, bis der Zuckerspiegel höher als 90 mg/dl ist.
  7. Messen Sie Ihren Blutzuckerspiegel auch während des Trainings. Die Art und Weise, wie sich der Körper und sein Insulinbedarf bei Anstrengung verändern, ist von Mensch zu Mensch verschieden.
  8. Wenn Ihr Zuckerspiegel höher als 2,80 mg/dl (15 mmol/l) liegt, überprüfen Sie Ihren Azetonwert bzw. wenn Sie Azeton im Blut haben, sollten Sie besser keinen Sport treiben.
  9. Überprüfen Sie nach dem Sport und 3 Stunden später Ihren Zuckerspiegel und essen Sie bei Bedarf einen Snack (Brot, Müsliriegel).
  10. Die Wirkung von Insulin wird nach der körperlichen Anstrengung schneller sein, wenn es in einen Bereich injiziert wird, wo die Muskeln beansprucht wurden, weil der Blutfluss dort höher ist.
  11. Achten Sie auf Stress, insbesondere im Leistungssport. Stress setzt Hormone frei, die den Blutzuckerspiegel beeinflussen.
  12. Kombinieren Sie Herz-Kreislauf-Training (z.B. Laufen) mit Krafttraining.

Möchten Sie mit Julies Abenteuern Schritt halten? Finden Sie sie auf Instagram @kfr.julie, auf Facebook unter @diabetictravelnetwork und auf YouTube unter Julie Kfr.

Hinweis: Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen stellen in keiner Weise eine Alternative zur fachlichen, medizinischen Beratung durch einen Arzt oder medizinisches Fachpersonal dar und können die professionelle Meinung einer gesetzlich zugelassenen medizinischen Fachkraft nicht ersetzen. Wenn Sie spezielle medizinische Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder einen Angehörigen eines Gesundheitsberufs.

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